Mit dem abgelegten Führerschein hat man einen ersten großen Schritt getan, man hat aber noch keinerlei Erfahrung im Straßenverkehr. Gerade in der ersten Zeit nach der Prüfung entsteht eine Phase, in der sich das Fahrverhalten erst einmal stabilisieren muss. Es entwickeln sich auch Gewohnheiten, gleichzeitig können aber auch Unsicherheiten und Fehleinschätzungen auftreten. Gerade für jeden jungen Erwachsenen ist diese Übergangszeit entscheidend, weil er nun selbstständig unterwegs ist und sein Verhalten im Verkehr aktiv gestalten kann.
Wieso die Zeit nach der Prüfung so wichtig ist
Die Fahrausbildung vermittelt Grundlagen. Dazu gehören u.a. die Verkehrsregeln, das Beherrschen des eigenen Fahrzeuges und standardisierte Situationen. Im Straßenverkehr stellt sich das Bild jedoch ganz anders und viel komplexer dar. Unübersichtliche Kreuzungen, wechselnde Verkehrsdichte, Zeitdruck oder spontane Entscheidungen der Verkehrsteilnehmer fordern mehr als nur Regelwissen. Viele Fahranfänger unterschätzen diese Phase nach ihrer bestandenen Prüfung. Schnell entsteht der Eindruck, das Fahren sei jetzt total im Griff, die Erfahrung zeigt, dass es Sicherheit erst durch Wiederholung und Reflexion gibt. Wer regelmäßig fährt, bekommt allmählich ein Gefühl für Abstände, für Geschwindigkeit, für Risikosituationen. Jeder Gesichtspunkt dieser Entwicklung ist individuell und lässt sich nicht durch Theorie überbrücken.
Fahrkompetenz ist mehr als Wagenbeherrschung
Der sichere Fahrer hat sein Fahrzeug unter Kontrolle; er hat aber auch seine Wahrnehmung, seine Entscheidungsbereitschaft, seine Selbstkontrolle unter Kontrolle. Vor allem die Fähigkeit, sich zu erwartenden Entwicklungen in einer Verkehrssituation frühzeitig zu erkennen und richtig einzuordnen, entwickelt sich erst mit Erfahrung.
Ein weiteres kommt hinzu: Das eigene Verhalten im Verkehr – jetzt machen wir mal diese Kurve, jetzt können wir das Überholmanöver wagen usw. – muss aktiv gesteuert werden. Stress, Ablenkung, Gruppendruck können Entscheidungen beeinflussen. Wer sicher fahren will, muss diese Einflüsse erkennen und kontrollieren lernen.
Hier wird klar, warum zusätzliche Lernzeiten sinnvoll sind. Der WAB Kurs setzt genau hier an! Er knüpft an die ersten eigenen Fahrversuche an und will erreichen, dass das Verhalten im Straßenverkehr bewusster reflektiert und weiterentwickelt wird.
Typische Probleme in den ersten Monaten
Die Anfangsphase ist oft von immer wiederkehrenden Fehlerkreisläufen gekennzeichnet. Ein beliebter Fehler ist die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Nach Wochen ohne Zwischenfälle tritt sehr schnell Routine ein, die trügerisch sein kann.
Ein anderes Problem ist das Nachlassen der Aufmerksamkeit bei gewohnten Strecken. Strecken, die oft befahren werden, wirken vertraut und drohen in ihrem Ablauf automatisiert zu werden, so dass kritische Phasen nicht mehr als solche erkannt werden.
Einflussfaktoren von außen können in das Geschehen hineinwirken. Gespräche im Wagen, Zeitdruck und ähnliche Gelegenheiten können die Konzentration herabsetzen, und gerade dem Unerfahrenen gelingt es nicht, damit so gut umzugehen, dass sein Verhalten nicht leidet.
Warum strukturierte Weiterbildung sinnvoll ist
Lernen im Straßenverkehr geschieht nicht automatisch. Erfahrung allein reicht oft nicht aus, wenn sie nicht bewusst ausgewertet wird. Hier setzen die Weiterbildungsmaßnahmen ein. Sie bieten einen Rahmen, in dem die typischen Probleme analysiert und geordnet werden können.
Der Vorteil liegt hier in der Vermischung von Erfahrung und Reflexion. Die Teilnehmenden bringen ihre Erfahrungen mit und können sie gezielt unter Anleitung besprechen. Da wird sichtbar, wo ihre Entscheidungen gut waren und wo sich bestimmt noch ein Mangel verbirgt.
Diese Form der Weiterbildung ist eine Ergänzung zu der klassischen Fahrausbildung. Sie hat Wissen, das im Unterricht erworben wurde, als Grundlage und erweitert es um die praktische Einsicht. Ziel ist es nicht, die Regeln von neuem zu lernen, sondern das Verhalten zu festigen.
